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Friedenarbeit, ganz niederschwellig an der Basis, das wird in Villingen-Schwenningen praktiziert: Friedensarbeit als vertrauensvolles, verantwortliches und wertschätzendes Miteinander unter den verschiedenen christlichen Konfessionen, Aleviten, Bahai und Muslimen in der Stadt.
Als sichtbares Zeichen dafür wurde vor zwei Jahren, am 4. Oktober 2016, am Benediktinerring in der Nähe des Riettores im Stadtbezirk Villingen eine Friedenslinde gepflanzt. Vertreterinnen und Vertreter von 30 religiösen Gemeinschaften unterzeichneten eine „gemeinsame Erklärung zur gegenseitigen Achtung und einem friedlichen Miteinander, gegen jegliche Form von religiöser Begründung von Manipulation, Gewalt und Terror“.
Ein Team von Frauen und Männern der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Villingen-Schwenningen hat sich zur Aufgabe gemacht, die Erklärung mit Leben zu erfüllen. Dazu gehörte auch das diesjährige Treffen an der Friedenslinde.
Das friedliche Miteinander der verschiedenen Religionen in die Gesellschaft zu transportieren, Religionsfreiheit und Freiheit in der Religionswahl und gegenseitige Achtung, habe in der religiösen und kulturellen Vielfalt der Gesellschaft nicht an Wichtigkeit verloren, sei vielmehr noch dringender geworden, sagte Dekan Josef Fischer zur Begrüßung.
Anschließend wurden große Gongs angeschlagen und weitergereicht, um symbolisch das harmonische Miteinander der verschiedenen Religionen und de Klang des Friedens auszudrücken.
Oberbürgermeister Rupert Kubon erinnerte daran, wie in beiden Weltkriegen Gott für menschliche Interessen vereinnahmt wurde, Gotteskriegertum proklamiert wurde und dass Gott mit den Kämpfenden sei. In den Heiligen Schriften, der Bibel und dem Koran aber werde von einem Haus des Friedens gesprochen und von einem Gott des Friedens, der sich nicht vereinnahmen lässt.
Weil aber Frieden nicht selbstverständlich ist und bis heute im Namen Gottes Kriege geführt werden, sei es notwendig, sich tagtäglich um Frieden zu bemühen und „bei uns darauf zu achten, wie wir Frieden untereinander bewahren und sichern“.
Das anschließende Treffen im Martin-Luther-Haus mit einem Abendessen im Format „mitbringen und teilen“, wurde als lockere Begegnungsmöglichkeit und Austausch gerne genutzt.
Vertreterinnen und Vertreter von 30 Religionsgemeinschaften und religiösen Gruppierungen unterzeichneten vor einem Jahr die „Friedenserklärung Villingen-Schwenningen“ und pflanzten zum sichtbaren Zeichen am Benediktinerring im Stadtbezirk Villingen eine Friedenslinde. Zum Jahrestag trafen sich dort auf Einladung der Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen Villingen und Schwenningen 40 Frauen und Männer, Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Religionsgemeinschaften um sich der gemeinsamen Bemühungen um Frieden zu versichern.
„Krieg ist Tod und Frieden ist etwas Lebendiges“ sagte Oberbürgermeister Rupert Kubon in seinem prägnanten Grußwort. Zudem sei Frieden „keine Selbstverständlichkeit“, sondern ein Prozess, der konkret vor Ort beginnen müsse. Das Gebet zu dem einen Gott an den wir glauben, lade Menschen zum Mitmachen ein.
Am 4. Oktober 2016 unterzeichneten über 30 Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften aus Villingen-Schwenningen eine gemeinsamen Friedenserklärung zur gegenseitigen Achtung und zum friedvollen Miteinander.
Auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) kamen neben den Katholischen und Evangelischen Gemeinden aus Villingen-Schwenningen auch weitere christliche Gemeinden, wie die Methodisten, Neuapostolen, Serbisch-Orthodoxe Kirche, die Christengemeinschaft und die Landwattengemeinde und weitere. Außerdem waren die drei muslimischen Moscheen vertreten, mit denen die ACK schon seit längerem im christlich-muslimischen Dialog steht. Auch eine Delegation der Aleviten, der Bahai und der jüdischen Gemeinde Rottweil-Villingen-Schwenningen unterschrieben. (Liste der Unterzeichnerinnen)
Die Vielfalt und Anzahl der in Villingen-Schwenningen vorhanden Religionsgemeinschaften beindruckte viele der Teilnehmenden. So erfuhr man davon, dass es in Schwenningen eine Antiochenisch-Orthodoxe Gemeinde gibt, die jeden Sonntag einen christlichen Gottesdienst auf Arabisch feiert.
Da die Unterzeichnung im Franziskaner-Foyer stattfand, rief (der damalige) Oberbürgermeister Dr. Kubon Franz von Assisi als Friedensstifter in Erinnerung. Wer Frieden stiften möchte, muss angstfrei dem - im ersten Moment - Fremden begegnen.
Bekräftigt wurde die Unterschrift mit der Pflanzung eines Friedenslinde in der Ring-Anlage als eindrückliches Zeichen gegen jegliche Form von religiöser Begründung von Manipulation, Gewalt und Terror.
Einen Zeitungsartikel über die Unterzeichnung finden Sie >> hier.
Zu den Berichten der Veranstaltungen an den Jahrtagen der Unterzeichnung, welche in der Zwischenzeit begangen wurden, gelangen Sie >> hier.