Gegen Gewalt und Rassismus

 

Erklärung der christlich-muslimischen Dialoggruppe Villingen-Schwenningen

Im Mittelpunkt des Gesprächs der christlich-muslimischen Dialoggruppe am 4. März 2020 stand der "achtsame Umgang im interreligiösen Dialog". Aus gegebenem Anlass wurden aber auch der zunehmende Rassismus und die Gewalt gegen Menschen mit Migrationshintergrund oder muslimischen bzw. jüdischen Glaubens thematisiert.
 
Schnell war man sich einig, sich einer Erklärung der Christlich-Muslimischen Friedensinitiative Deutschland (CMFD) anzuschließen.
 
Für die 23 Teilnehmenden aus den muslimischen Gemeinden (DiTiB, IGMG und Al Salam) Villingen-Schwenningens sowie den katholischen und evangelischen Vertreter*innen ist es ein großes Anliegen gemeinsam gegen Rassismus und Gewalt zusammenzustehen und durch den Austausch untereinander das Vertrauen und den Respekt zu stärken.
 
Hier die Erklärung im Wortlaut

Jeglicher Gewalt widerstehen

Wir sehen uns als Christen und Muslime verpflichtet, gemeinsam Wege zur Überwindung von Vorurteilen, von Hass und Gewalt in unserer Gesellschaft zu gehen.
 
Die Morde in Hanau erfüllen uns als christlich-muslimische Dialoggruppe in Villingen-Schwenningen mit Entsetzen und Trauer. Nach dem Anschlag auf eine Synagoge in Halle vor wenigen Monaten wird unser Land erneut von einer rassistisch motivierten Gewalttat erschüttert. Die Anschläge von Hanau mögen von einem Einzeltäter begangen worden sein, der sein und anderer Leben für nichts achtete. Aber solche Taten haben einen Hintergrund. Im Terror geht die Saat von menschenfeindlichen Gedanken und Worten auf. Von der Politik wie auch von der Bevölkerung erwarten wir nicht nur klare Verurteilungen, sondern einen aktiven Einsatz gegen Gewalt.
 
Wir rufen besonders alle Menschen, die politische Verantwortung tragen, dazu auf, ihre Wortwahl noch sorgfältiger zu bedenken. Aus bösen oder auch nur gedankenlosen Worten können böse Taten folgen. Eine pauschalisierende Verurteilung ganzer Gruppen, z.B. der Betreiber von Shisha-Bars (Stichwort: Clan-Kriminalität) kann bei gewaltbereiten Rassisten schlimmste Konsequenzen auslösen, ganz besonders, wenn es gegen Gruppen geht, die ohnehin gesellschaftlich unter Druck stehen, wie Migrant/innen und religiöse Minderheiten.
 
Unser Mitgefühl und unser Gebet gilt den Angehörigen der Getöteten und den Gemeinschaften, aus denen sie kommen.
 
Christlich-muslimische Dialoggruppe Villingen-Schwenningen, 05.03.2020
 
Kontakt: Wolfgang Rüter-Ebel, ACK-Villingen