Gemeinsame Erklärung zur gegenseitigen Achtung und einem friedvollen Miteinander - gegen jegliche Form von religiöser Begründung von Manipulation, Gewalt und Terror

 

Unsere Anliegen sind:

Als Vertreter*innen der Religionsgemeinschaften, die diese Erklärung unterzeichnet haben, sind wir der Auffassung, dass Unterschiede in religiösen Standpunkten nicht zur Unterdrückung und Verfolgung anderer Menschen führen dürfen.
 
Wir erkennen an, dass es zwischen den Religionen Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede in den Überzeugungen gibt. Dies verleitet uns Menschen immer wieder dazu, miteinander in Konflikte zu geraten.
 
Sehr oft sind diese Auseinandersetzungen jedoch nicht in den Religionen an sich begründet. Vielmehr werden religiöse Standpunkte von Menschen zum Anlass für Streitigkeiten benützt, die ihre tatsächliche Ursache in anderen Motiven haben, wie zum Beispiel politischen oder wirtschaftlichen Interessen. Dem grundsätzlich friedlichen Anliegen der Religionen wird dadurch nachhaltig geschadet.
 
Wir bekennen uns zur Freiheit der Religionswahl. Wir sprechen den Angehörigen aller Religionen das Recht zu, von der eigenen Religion überzeugt zu sein und dies offen zu vertreten.
Gleichzeitig bekennen wir uns dazu, die religiösen Überzeugungen der jeweils anderen Glaubensgruppierung zu achten.
Wir sprechen uns solidarisch gegen Gewalt und Abwertung jeglicher Art im Namen von Religion aus.
 
Wir verurteilen Gewalt und Terror gegenüber anderen Religionsgemeinschaften, Stämmen und Völkern.
 
Wir sprechen uns entschieden dagegen aus, sich auf Gott sowie auf religiöse Überzeugungen und Überlieferungen zu berufen, um Menschen Leid und Schaden zuzufügen.
 
Wir bekennen uns zu einem Miteinander in religiöser und kultureller Vielfalt und bemühen uns um einen gegenseitig achtsamen Umgang miteinander.
 
Wir treten ein für Verständigung, gegenseitige Achtung und gemeinsames Handeln zum Wohle aller Menschen.
 
Wir erwarten, dass die politischen und geistlichen Verantwortlichen wie auch die Vertreter*innen der jeweiligen Religionen mit Weisheit und Achtung vor den Menschen und der Natur miteinander sprechen, verhandeln und nach Lösungen der gegenwärt gen Auseinandersetzungen suchen.
 
Wir beten darum, dass sie und wir gerechte Wege für ein friedliches, menschenwürdiges Zusammenleben der unterschiedlichen Völker und Religionen finden.