Gelungenes Jubiläum der Friedenserklärung der Religionen VS

Vielfältige Begegnungen fanden beim Jubiläum statt: persönlich, musikalisch, spirituell. Hier einige Eindrücke der gelungenen Veranstaltung, welche einmal mehr betonte, dass Gott und Religion nicht für die Begründung von Gewalt, Streit und Abwertung missbraucht werden darf, sondern in allen Religionen die Kraft des friedens und Miteinanders vorhanden ist.
Im Rahmen der Interkulturellen Wochen in Villingen-Schwenningen begann die Jubiläumsfeier der Angehörigen verschiedener Gemeinschaften mit einem kurzweiligen, von Gunter Berberich moderiertem Austausch der Religionen in den Räumen des Münsterzentrums. Dabei ging es auch um die Frage, wieso die jeweilige Religion für Frieden stehe, formulierte der Vorsitzende der ACK.
 
„Salam“ heißt Frieden und bedeutet „Völlige Unversehrtheit“, erklärte Brunhilde Diel-Hourani. „Wir sind gehalten, den Menschen in Frieden zu begegnen“, erklärte das zum Islam konvertierte Mitglied des Vereins AL Salam. „Deshalb hat unser Verein diesen Namen“. 
 
„Extremisten wollen den Frieden nur für sich“, erklärte Nasim Manar von der türkisch-islamischen Gemeinde die von Islamisten religiös begründeten Attentate. Er plädierte für eine Unterscheidung von Attentätern und Muslimen.
 
Skarlatos Argiriadis von der Griechisch-Orthodoxen Kirchengemeinde beschrieb „Frieden“ als ein zentrales Thema seiner Religionsgemeinschaft. Dabei gehe es nicht nur um den Frieden auf der Welt. Auch der Einzelne müsse den Frieden in sich selbst finden. „Frieden ist ein Grundbedürfnis des Menschen“, erklärte er überzeugt.
 
Nach der allgemein sehr positiv bewerteten Gesprächsrunde wechselten die Teilnehmer in die Benediktinerkirche. Im Rahme der Musik zur Marktzeit wurde ein interkulturelles Programm mit dem Organisten Frank Rieger und dem aus Teheran stammenden Yousef Ghobadi, ein preisgekrönter Spieler des persischen Saiteninstruments Santur, geboten. Abwechselnd präsentierten die Musiker Orgelmusik von Johann Sebastian Bach und Werke von Parviz Meshkatian sowie eine Eigenkomposition von Yousef Ghobadi. 
 
Um 12 Uhr trafen sich die Mitglieder der Religionsgemeinschaften an der vor zehn Jahren gepflanzten und mit Friedenstauben geschmückten Friedenslinde in den Ringanlagen. Bei seinem Grußwort würdigte Oberbürgermeister Jürgen Roth das wachsende Vertrauen zwischen den Religionsgemeinschaften. Die religiöse und kulturelle Vielfalt sei eine Bereicherung für die Stadtgesellschaft. „Religionen stehen nicht gegeneinander, sondern gemeinsam für Menschenwürde, Achtung und Frieden“, erklärte das Stadtoberhaupt.
Nach weiteren Grußworten der Israelitischen Kultusgemeinde Rottweil/ Villingen-Schwenningen und des Arbeitskreises Interreligiöser Dialog Offenburg unterzeichneten neun weitere Religionsgemeinschaften die Friedenserklärung. Mit dem gemeinsamen Friedensgebet der Vereinten Nationen endete der offizielle Teil der Jubiläumsfeier.
(Text: Ina Klietz)
 
 
Text der Friedenserklärung und Unterzeichnende: www.ack-vs.de/friede
Die Veranstaltung fand im Rahmen der Interkulturellen Wochen in Villingen-Schwenningen statt. 
Die Interkulturelle Musik fand in Kooperation mit der Stiftung "Johann-Andreas-Silbermann-Orgel von 1752 Rekonstruktion" statt.
 
 
 
 
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Standort der Friedenslinde in der Ringanlage Villingens

 

Angeregt wurde die Friedenserklärung Villingen-Schwenningen durch eine Vorlage des Arbeitskreises Interreligiöser Dialog Offenburg.
Mehr Informationen zu dessen Arbeit finden sie hier: www.friedenserklaerung-offenburg.de
 

Neben der Gruppe der Unterzeichnenden der Friedenserklärung gibt es drei mal im Jahr eine Christlich-Muslimische Dialogrunde. Interessierte Teilnehmende können sich gerne an info@ack-vs.de wenden.