Unsere christliche Grundüberzeugung ist, dass die Würde eines jeden Menschen gleich ist, weil von Gott gegeben. Populistische Stimmungsmache und extremistische Positionen untergraben diesen Grundsatz und setzen auf Abgrenzung und Abwertung, statt auf Gemeinschaft und Gleichheit. Deshalb sehen wir es als unseren christlichen Auftrag, sich für eine offene Gesellschaft sowie für die Demokratie einzusetzen. Lassen wir uns nicht von Ängsten leiten, denn Gott ist unsere Zuversicht.
Gerade im Blick auf die anstehende Landtagswahl am 8. März 2026 möchten wir alle Christinnen und Christen aufrufen, sich an der Wahl zu beteiligen und die Parteiprogramme im Blick auf unsere christlichen Grundwerte hin kritisch zu lesen.
Weil wir an den "einen Gott" glauben, sind unsere Werte universell und gelten für alle. Das heißt, ich kann nicht eine Übereinstimmung im Parteiprogramm beim "Schutz des ungeborenen Lebens" als christlich bezeichnen und dann beim "Schutz des Lebens von Menschen auf der Flucht" die Augen verschließen und auf Abschottung setzen. Diese selektive Betonung stärkt völkisches und nationalistisches Denken.
Demgegnüber schreibt Paulus im Brief an die Galater: "Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus." (Gal 3,28)
Stellen wir uns jenen entgegen, die die Demokratie schwächen oder abschaffen wollen, denn die Demokratie ist die Gesellschaftsform, welche allen gleiche Rechte einräumt und Beteiligung aller - unabhängig von Geld, Einfluss und Leistung - ermöglicht.